Hallux rigidus: die Steifzehe

Bei einen Hallux rigidus ist ein solches Abrollen kaum noch möglich

Der Hallux rigidus ist nach dem Hallux valgus die zweithäufigste Funktionsstörung der Großzehe. Bei den beiden Erkrankungen des Großzehengrundgelenks weist der Begriff „Hallux“ darauf hin, dass es ein medizinisches Problem mit dem großen Zeh gibt. Während „valgus“ „schief“ in einer bestimmten Ausrichtung bedeutet, ist „rigidus“ mit „steif“ zu übersetzen. Bei einigen Menschen liegen allerdings beide Krankheitsbilder zugleich vor.

Zunehmende Versteifung

Auch die Altersgruppe, die am häufigsten über Hallux valgus beziehungsweise Hallux rigidus klagt, ist jeweils eine andere. Der Hallux rigidus tritt, anders als der Hallux valgus, meist einseitig auf. Bei ihm ist das Großzehengrundgelenk von einem fortgeschrittenen Gelenkverschleiß, einer sogenannten Arthrose betroffen. Häufig beginnen die Beschwerden bereits im Jugendalter. Anders als beim Hallux valgus leiden unter dem Hallux rigidus mehr Männer, als Frauen. Die Ursachen des Hallux rigidus bleibt häufig im Dunkeln. Man nimmt an, dass an der Entstehung eine Kombination aus genetischen (also erblich bedingten) Faktoren und Fehlverhalten des Betroffenen beteiligt ist. Zudem kann ein Hallux valgus die Belastung auch des Großzehengrundgelenks verstärken und dadurch die Arthrose fördern. Auch kleinste Verletzungen (sogenannte Mikroverletzungen), die zur Schädigung des Knorpels und somit zu einer Arthrose führen, können Ursache eines Hallux rigidus sein. In vielen Fällen tritt ein Hallux rigidus auch als Begleiterkrankung einer Gicht auf.

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Schmerzen beim Abrollen

Durch den Verschleiß verliert der Knorpel im Großzehengrundgelenk seine Pufferfunktion und der Knochen reibt bei jeder Bewegung am Gelenk bis dieses sich schließlich entzündet. Zum Schutz bilden sich Knochenauswüchse (Osteophyten), die das Gelenk blockieren. Zusätzlich können Wassereinlagerungen entstehene. Mediziner bezeichnen sie als Ödeme. Die Großzehe weist eine Schwellung auf, ist gerötet und lässt sich nur noch eingeschränkt und unter Schmerzen nach oben bewegen und selbst das Auftreten mit dem Fußballen ist schmerzhaft und die Abrollbewegung beim Gehen erschwert.

Verändertes Gangbild

Dadurch verändert sich das Gangbild. Normalerweise trägt das Großzehengrundgelenk während der „Push off“-Phase – also dem Abdruck vom Boden beim Gehen – mehr als 50 % des Körpergewichts. Beim Laufen und Springen kann sich die Belastung durch die entstehende Beschleunigung auf das Zwei-bis Dreifache des Körpergewichts steigern. Durch die Schmerzen beim Abrollen verlagern die Betroffenen ihr Gewicht stärker auf die Fußaußenkante. Dadurch bilden sich am äußeren Fußrand leicht schmerzhafte Schwielen. Lässt sich die Großzehe sich anfangs noch unter Schmerzen bewegen, ist sie im späten Stadium der Erkrankung meist so steif, dass keine Bewegen mehr möglich ist. Vor allem im oberen Teil des Gelenks können sich zusätzlich  Knochensporne, sogenannte Osteopathyten bilden. Diese gutartigen Knochenwucherungen schränken die Gelenkbeweglichkeit noch weiter ein.

Typische Symptome beim Hallux rigidus auf einen Blick:

  • geschwollenes, gerötetes Großzehengrundgelenk
  • stechender Schmerz beim Gehen
  • zunehmende Versteifung des Großzehengelenks (vor allem bei der Bewegung nach oben)
  • zunehmende Schmerzen bei Bewegung in allen Richtungen, später auch Schmerzen in Ruhe
  • schmerzhafte Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Bildung von Osteophyten
  • Schmerzen im Mittelfußbereich
  • Veränderung des Gangbildes
  • eventuelle Folgebeschwerden an Knie- und Hüftgelenken durch fehlerhafte Belastung des Fußes.

Bildquellen

  • barefoot-1835661_1920 (1): picabay / pixels
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