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Hallux rigidus: die Steifzehe

Der Hallux rigidus ist nach dem Hallux valgus die zweithäufigste Funktionsstörung der Großzehe. Bei den beiden Erkrankungen des Großzehengrundgelenks weist der Begriff „Hallux“ darauf hin, dass es ein medizinisches Problem mit dem großen Zeh gibt. Während „valgus“ „schief“ in einer bestimmten Ausrichtung bedeutet, ist „rigidus“ mit „steif“ zu übersetzen. Bei einigen Menschen liegen allerdings beide Krankheitsbilder zugleich vor.

Zunehmende Versteifung

Auch die Altersgruppe, die am häufigsten über Hallux valgus beziehungsweise Hallux rigidus klagt, ist jeweils eine andere. Der Hallux rigidus tritt meist einseitig auf. Bei ihm ist das Großzehengrundgelenk von einem fortgeschrittenen Gelenkverschleiß, einer sogenannten Arthrose betroffen. Häufig beginnen die Beschwerden bereits im Jugendalter. Anders als beim Hallux valgus leiden unter dem Hallux rigidus mehr Männer, als Frauen. Er entsteht in vielen Fällen aus vollkommen unbekannten Gründen, Man nimmt an, dass an der Entstehung der Erkrankung aus eine Kombination aus genetischen (also erblich bedingten) Faktoren und Fehlverhalten des Betroffenen beteiligt ist. Zudem kann ein Hallux valgus die Belastung auch des Großzehengrundgelenks verstärken und dadurch die Arthrose fördern. Auch kleinste Verletzungen (sogenannte Mikroverletzungen), die zur Schädigung des Knorpels und somit zu einer Arthrose führen, können Ursache eines Hallux rigidus sein. In vielen Fällen tritt ein Hallux rigidus als Begleiterkrankung einer Gicht auf.

Schmerzen beim Abrollen

Durch den Verschleiß verliert der Knorpel im Großzehengrundgelenk seine Pufferfunktion und der Knochen reibt bei jeder Bewegung am Gelenk bis dieses sich schließlich entzündet. Zum Schutz bilden sich Knochenauswüchse (Osteophyten), die das Gelenk blockieren. Zusätzlich können Wassereinlagerungen, die Mediziner als Ödeme bezeichnen, entstehen. Die Großzehe weist eine Schwellung auf, ist gerötet und lässt sich nur noch eingeschränkt und unter Schmerzen nach oben bewegen und selbst das Auftreten mit dem Fußballen ist schmerzhaft und die Abrollbewegung beim Gehen erschwert.

Verändertes Gangbild

Dadurch verändert sich das Gangbild der Betroffenen. Normalerweise trägt das Großzehengrundgelenk während der „Push off“-Phase – also dem Abdruck beim Gehen – mehr als 50 % des Körpergewichts. Beim Laufen und Springen kann sich die Belastung durch die entstehende Beschleunigung auf das Zwei-bis Dreifache des Körpergewichts steigern. Durch die Schmerzen beim Abrollen verlagern die Betroffenen ihr Gewicht stärker auf die Fußaußenkante. Dadurch bilden sich am äußeren Fußrand leicht schmerzhafte Schwielen. Langfristig führt die Arthrose zur schmerzhaften Gelenkversteifung des Großzehengrundgelenks.

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OP-Methoden für die leichten bis moderaten Fälle

Akin-Osteotomie

Ist der Zehenknochen vor dem Großzehengrundgelenk fehlgestellt, kann eine sogenante Akin-Osteotomie durchgeführt werden.

Bei dieser Operationsmethode erfolgt eine Umstellung des Großzehenknochens oberhalb des Großzehengrundgelenks. Häufig liegt zudem noch eine weitere Ursache des Hallux valgus vor, welche die Akin-Osteotomie nicht behebt: die Fehlstellung des Mittelfußknochens. Dann wird dies Methode meist in Verbindung mit anderen Hallux valgus-Eingriffen eingesetzt.

Bei der Akin-Osteotomie ändert der Chirurg die Richtung des Großzehs indem er einen Keil aus dem Zehenknochen entnimmt. Dieser wächst dadurch in der neuen Richtung wieder zusammen..

Durch die Stellungskorrektur nach der Akin-Osteotomie lässt sich zudem eine Normalisierung der Sehnenzüge an der Großzehe erreichen.

Chevron-Osteotomie

Die Chevron-Osteotomie ist ein gut etabliertes Verfahren und kommt bei der Korrektur eines milden bis moderaten Hallux valgus in Frage. Es wurde 1988 von Austin und Leventen beschrieben und wird deshalb manchmal auch als Austin Osteotomie bezeichnet.

Abweichungen bis zu 15° können korrigiert werden

Das Ausmaß der Abweichung des 1. Mittelfußknochens wird durch den Winkel zwischen der Längsachse durch den 1. Mittelfußknochen und der Längsachse durch den 2. Mittelfußknochen bestimmt. Der Normalwert liegt bei 9°. Abweichungen bis zu 15° können durch eine Chevron-Osteotomie korrigiert werden.

Die Chevron-Osteotomie ermöglicht eine leichte Winkelverkleinerung zwischen dem ersten und zweiten Zeh indem sie den großen Zeh wieder gerade ausrichtet. Dabei führt der Operateur einen etwa fünf Zentimeter langer Hautschnitt an der Fußinnenseite, direkt über dem Großzehengrundgelenk, also über dem Ballen durch. Bei der Chevron-Osteotomie durchsägt der Chirurg den Knochen V-förmig und verschiebt das Mittelfußköpfchen wieder in die korrekte Position. Den knöchernen Überstand an der Innenseite des Fußes trägt er ab. Nachdem er den Zeh in die richtige Stellung gebracht hat, fixiert der Chirurg ihn mit einer Schraube, die er im Knochen versenkt. Am Ende der Operation spritzt er dem Patienten ein lang wirkendes Betäubungsmittel zur Schmerzbehandlung (sogenannter Fußblock). Die Operation wird in der Regel unter Vollnarkose im Rahmen eines zweitägigen stationären Aufenthaltes durchgeführt.

  
Begleitend ist meist auch eine Lösung der verkürzten Haltebänder und Kapselanteile auf der äußeren Gelenkseite erforderlich, bei Verkürzung des Musculus adductor hallucis – eines Muskels, der zusammen mit anderen Muskeln den Großtzenenballen formt – kann dieser mit gelöst werden.

Nach der Operation: erst ruhig stellen, dann üben

Nach der Operation ist es notwendig, einige Wochen lang einen elastischen Verband sowie einen Vorfußentlastungsschuh zu tragen. Legen Sie den operierten Fuß in der ersten Woche nach der Operation zunächst konsequent hoch, möglichst etwas höher als das Herz um Schwellungen vorzubeugen. Von ihrem Arzt werden Sie wahrscheinlich die Anweisung bekommen, den Fuß nach der Operation erstmal nur mit 30 Kilogramm zu belasten. Besprechen sie mit ihm unbedingt wie lange Sie den Fuß ruhigstellen müssen. Um das bestmögliche Operationsergebnis zu erreichen, ist nach einer Operation ein gezieltes Übungsprogramm notwendig.

In diesen Fällen wird es schwierig:

EDer Fuß ist das am weitesten vom Herzen entfernte Bewegungsorgan und daher schon schlechter durchblutet, als andere Körperteile. Wird die Durchblutung noch weiter vermindern, wirkt sich das auf den Heilungsprozess nach der Operation aus. Folgende Erkrankungen verhindern oder erschweren eine erfolgreiche Hallux valgus-Operation:

  • pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
  • diabetischer Fuß und beginnende Polyneuropathie (eine häufig durch Diabetes bedingte Nervenerkrankung)

In diesen Fällen muss der Arzt vor der Entscheidung für eine Hallux valgus-OP den Durchblutungsstatus des Fußes eingehend untersuchen.

Die sog. mini-invasive Behandlung (Siehe Abb.: 7 und Abb.: 8) des Hallux valgus und der benachbarten Hammerzehen setzt eine sehr sorgfältige Untersuchung und Indikationsstellung voraus. Entscheidend für den Erfolg dieser Methode ist also die sorgfältige Patientenauswahl. Die Einheilung der Knochenumstellung erfolgt bei der mini-invasiven Methode der Hallux valgus Operation mit Hilfe von Hohlschrauben: Die Knochenumstellung wird durch spezielle Verbände während der ersten Woche nach Operation bis zur natürlichen Ausheilung fixiert. Die Schrauben können meistens belassen werden.

Minimainvasive Operation

Bei dieser Operationstechnik sind keine großflächigen Ablösung von Haut und Knochenhaut notwendig. Stattdessen werden lediglich zwei kleine Hautschnitte durchgeführt.

Anschließend korrigiert der Operateur die schrägstehenden Zehenknochen indem er sie mit kleinsten – nur zwei Millimeter großen – Fräsen durchtrennt und im richtigen Winkel wieder angesetzt. Die Weichteile, also Muskeln und Sehnen, werden dabei kaum verletzt. Das Einheilen in der neuen Position wird über spezielle Verbände, sogenannte Redressionsverbände sichergestellt. Weil bei dieser Operationsmethode keine Schrauben gesetzt werden und keine Weichteilablösung stattfindet, erfolgt die Heilung meist schnell und ohne Komplikationen. Am Tag nach der Operation ist der Patient wieder mobil und kann mit mit einem Verbandsschuh mit starrer Sohle oder einem Vorfußentlastungsschuh gehen.

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Interview mit Thomas Rogall

Wie entsteht der Ballenzeh ihrer Ansicht nach? 

Durch die Instabilität der Körpermitte in der mittleren Standbeinphase – ein Extrembeispiels dafür ist Marilyn Monroe – wird der Fuß durch die daraus folgende Innenkippung der Ferse zu stark über die Innenseite belastet. Die Verformung steigert sich dann in der Abdruckphase. Der Mensch – besonders die Frau – erläuft sich einen Hallux valgus, es gibt keinen genetischen Befehl. Ohne diese Innenkippung der Ferse kein Hallux valgus – auch bei einem hohen Anteil des elastischem Bindegewebes.

Wie behandeln Sie einen Hallux valgus? 

Um einen Hallux valgus erfolgreich konservativ zu behandeln ist es an erster Stelle notwendig die Belastung des Fußes beim Gehen zu verändern. Wir arbeiten mit dem Patienten also als erstes am Gangbild. Dadurch können wir die Belastung des Fußes verändern und Schmerzfreiheit erreichen. An zweiter Stelle steht die Feinmotorik des Fußes. Wir besitzen hochintelligente kleine Muskeln am Fuß (ähnlich der Hand). Die Kraft des Fußes entsteht durch seine Konstruktion, durch die Ausrichtung der Knochen zueinander. Ist die Ausrichtung entgleist ist die Arbeit an der Ausrichtung wichtig. Zeitungen mit den Füßen zu zerreißen führt dabei nirgendwo hin. Als dritter Schritt gilt es die Feinmotorik des Fußes in den Gang zu integrieren.  Wenn der Hallux valgus fortschreitet, droht ja irgendwann eine Arthrose. Wie lange kann man mit nicht operatven Maßnahmen noch etwas bewirken und wann ist dann doch eine Op notwendig?

Wenn der Hallux valgus fortschreitet, droht irgendwann eine Arthrose oder?

Diese Frage unterstellt eine Zwangsläufigkeit der schmerzhaft aktivierten Arthrose bei Hallux valgus.  Zu dieser oft gemachten Behauptung gibt es keine Studie. Meine Erfahrung zeigt gerade bei einem starken Hallux valgus mit hohen Anteilen elastischen Bindegewebes kommt es nicht zu einer schmerzhaften aktivierten Arthrose. Druckschmerzen der Haut und Spreizfußbeschwerden stehen im Vordergrund. Bei einer schmerzhaften aktivierten Arthrose (Hallux rigidus) ist der valgische Anteil meist sehr gering. Die Bildung zusätzlichen Knochens auf der Oberseite des Großzehengrundgelenks stellt das Problem dar, nicht die innen (medial) und außen (lateral) , wie bei einem Hallux valgus. 

Wie wichtig ist sind physiotherapeutische Maßnahmen nach einer Operation?

Die Nachbehandlung postoperativ wird in dem meisten Fällen vernachlässigt, obwohl sie von entscheidender Bedeutung für das Wohlbefinden des Patienten ist. Oft sieht der Operateur seinen Patienten nicht mehr. Es wird, obwohl ein Mensch behandelt wird, von einem kausalen Behandlungsansatz ausgegangen, das heißt ist die Winkelgeradestellung des Hallux in der Operation gelungen, war die Operation erfolgreich. Welches Befinden der Mensch nach einem halben Jahr postoperativ äußert, ist nicht von Bedeutung. 

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Kann man mit einem Hallux valgus Sport treiben?

Die klare Antwort lautet: Ja. Sport hält fit, hebt die Laune und hält Körper und Geist gesund. Und natürlich profitieren auch die Füße von regelmäßiger Bewegung, ganz besonders dann, wenn es raus geht an die frische Luft, und die Füße über verschiedene Untergründe wie Waldboden, Asphalt oder Sand laufen. Denn ein abwechslungsreicher Untergrund fordert die Fußmuskulatur.

Achten Sie auf geeignete Schuhe

Achten Sie dabei aber auch auf die richtige Bewegung und passgenaue Schuhe. Schmerzen sollten nämlich auch bei einem Ballenzeh nicht zum Sportprogramm gehören. Mit dem richtigen Schuhwerk und etwas Wissen zum richtigen Laufen lassen diese sich allerdings leicht vermeiden.

Ein guter Sportschuh muss  Platz, aber zugleich auch Halt geben. Denn gerade bei einem Hallux valgus ist es wichtig, dass die Zehen vorne genug Raum haben, um sich auch bei starker Belastung, wie zum Beispiel beim Joggen oder Tennisspielen, strecken und spreizen zu können. Gleichzeitig braucht der Fuß aber auch Halt, um nicht umzuknicken und eine gesunde Muskulatur auszubilden.

Kann Joggen die Fehlstellung verschlimmern?

Auch mit einem Hallux valgus kann man joggen. Allerdings ist die Beweglichkeit des großen Zehs durch die Schieflage beeinträchtigt, und das kann gerade beim Abrollen des Fußes zu Schmerzen führen. Eine Laufanalyse kann jedoch helfen, solchen Problemen vorzubeugen. denn mit ihr lässt sich herausfinden, wo der Schuh möglicherweise drückt und ob zum Beispiel Einlagen sinnvoll wären.

Außerdem lässt sich damit auch herausfinden, ob Sie dazu neigen beim Laufen den Oberschenkel und das Knie nach innen zu drehen, also mit typischer X-Bein-Stellung zu laufen. Da ein solcher Laufstil den Mittelfuß belastet, kann er einen Spreizfuß fördern, aus dem sich ein Hallux valgus entwickeln kann. Zum Glück lässt sich ein solcher Laufstil mit etwas Training ändern.

So werden Fußdruck und Bewegungsablauf gemessen

Mit Hilfe einer Fußdruckmessplatte können Sportwissenschaftler, Physiotherapeuten oder Mediziner einen genauen Blick auf unsere Füße und unseren Gang werfen.

Diese Platte ist mit Sensoren ausgestattete. Laufen wir barfuß darüber, zeichnet der Computer die Druckbelastung auf, also die maximale Kraft, mit der wir auftreten, die Kontaktfläche sowie die Kontaktzeit des Fußes, der Spitzendruck und die Ganglinie. Sie werden nicht nur aufgezeichnet, sondern auch analysiert

Auf diese Weise können die Füße und der Bewegungsablauf vermessen und Fußprobleme erkannt werden. Fußfehlstellungen und Fehlbelastungen der Körperachsen, lassen sich auf diese Weise feststellen. Die Fußdruckmessung, auch Pedographie genannt, kann in verschiedenen Sanitätshäusern und sportmedizinischen Einrichtungen ab etwa 30 Euro durchgeführt werden.

Welches ist die richtige Sportart?

Grundsätzlich eignet sich jede Sportart, bei welcher der Fuß nicht ungünstig belastet wird oder Schmerzen am Großzeh auftreten. Zurückhaltung ist allerdings nach einer Operation geboten, bei welcher der Zeh begradigt wurde. Nach einem solchen Eingriff sollten Sie erst wieder mit dem Sport beginnen, wenn der Fuß das Laufen in seiner neuen Form sicher gelernt hat. Dabei ist etwas Geduld gefragt, das das schon mal einige Wochen dauern kann.

Eine Sportart, mit der Sie bei bei Hallux valgus zur Vorsorge oder Verbesserung von Beschwerden beitragen können, ist Fußgymnastik.

Therapie des Hallux valgus – Operation

Wenn der große Zeh bereits zu stark verformt ist, gegen die Nachbarzehen drückt oder sich gar schon über oder unter diese schiebt, andauernd Schmerzen bereitet und konservative Behandlungsmethoden keine Linderung mehr bringen, ist es ratsam, über eine operative Korrektur der Zehenfehlstellung nachzudenken. Denn langfristig besteht die Gefahr, dass sich auch die übrigen Zehen verformen (Hammerzehe). Während beim gesunden Gang der Fuß über die Großzehe hinweg abrollt, ist dieser Abrollvorgang beim Hallux valgus gestört. Die kleinen Zehen übernehmen stattdessen diese Aufgabe, die sie jedoch auf Dauer überlastet und mit der Zeit ebenfalls deformiert. Zudem kann die Schiefstellung der Großzehe zum Verschleiß des Grundgelenks führen. Der medizinische Fachausdruck dafür ist Hallux rigidus. Und nicht zuletzt schränken dauerhafte Schmerzen an den Füßen die Lebensqualität ein und können zu einer Schonhaltung und Fehlbelastungen führen.

Mehr als 100 Varianten

Es gibt verschiedene Operations-Verfahren. In der Literatur sind mehr als 100 Varianten von Hallux valgus-Operationen beschrieben. Das Ziel ist immer, den Zeh zu begradigen. Die verschiedenen Optionsmethoden reichen von der Entfernung des Knochenvorsprungs über die Umstellung (Osteotomie) des Mittelfußknochens bis hin zur Versteifungsoperation. Je nach Methode werden bei der Operation nicht nur die Knochen korrigiert, sondern auch Weichteile wie Sehnen, Muskeln und Schleimbeutel. Wann welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt unter anderem davon ab, wie stark der Ballenzeh ausgeprägt ist.je weiter er fortgeschritten ist, desto weiter hinten am Zeh muss operiert werden.

Seit einiger Zeit werden in einigen OP-Zentren Magnesiumschrauben für die Operation verwendet, die sich im Laufe der Zeit von selbst auflösen. Es ist somit kein weiterer Eingriff nötig, um gegebenenfalls die Schrauben zu entfernen.

TIPP: Führen Sie ein Fuß-Tagebuch

Mit Hilfe eine Fuß-Tagebuchs können festhalten, wie sehr und in welchem Ausmaß der Hallux Ihren Alltag einschränkt und wie hoch dadurch ihr persönlicher Leidensdruck ist. Können Sie nur noch zehn Minuten am Stück mehr laufen oder ist es Ihnen noch möglich drei Stunden wandern, bevor die Schmerzen ihnen diese Aktivität verleiden?

Je gravierender die Fehlstellung, desto aufwändiger die OP

Je gravierender die Fehlstellung des Großzehs, desto aufwändiger wird leider auch die Operation. Deshalb ist es ratsam, sich rechtzeitig durch einen guten Spezialisten über operative Korrekturmöglichkeiten aufklären zu lassen. Durch den Eingriff wird der Zeh wieder begradigt. In vielen Fällen verschwinden dann die Beschwerden. Die Operation kann heute in der Regel minimalinvasiv durchgeführt werden. Dadurch ist die entstehende Wunde sehr klein, was das umliegende Gewebe schont und in der Regel mit weniger Schmerzen nach dem Eingriff verbunden ist. Außerdem heilt die Wunde schneller und die Betroffenen können oft schon nach ein paar Tagen in der Klinik nach Hause entlassen werden.

Operationsverfahren

Die meisten Hallux valgus-Operationen kombinieren mehrere der folgenden Eingriffe:

  • Knochenumstellung (Osteotomie):
    Dadurch wird der Zehenstrahl wieder geradegestellt.
  • Weichteilkorrektur (lateral release):
    Durch Korrektur der Gelenk-Kapsel kann eine feste Fehlstellung wieder begradigt werden.
  • Sehnenkorrektur:
    Die Sehnenlänge muss korrigiert werden, damit der Zug der Sehne die Großzehe nicht wieder deformiert.
  • Operation am Großzehengrundgelenk:

    Bei fortgeschrittene Arthrose des Großzehengrundgelenks (GZG).

Was müssen Sie nach einer Ballenzeh-Operation beachten?

Der Heilungsprozess nach einer Ballenzeh-Operation dauert je nach Schweregrad zwischen vier und sechs Wochen. Für diesen Zeitraum muss ein Vorfußentlastungsschuh getragen werden. Der Spezialschuh verhindert das Abrollen des Fußes über den Großzeh und ermöglicht den Patienten, direkt nach der Operation wieder zu laufen. Nach circa sechs Wochen dürfen sie dann weite und bequeme Schuhe tragen. Zur Stabilisierung und Kräftigung des Fußes ist eine postoperative Fußgymnastik notwendig. Sie sollte relativ bald nach der Operation beginnen, damit das Gelenk nicht versteift. Eine Massage des Fußgewölbes mit einem weichen Tennisball kann unterstützend wirken. Lymphdrainage, Schonung und Hochlagerung des Fußes fördern eine schnellere Wundheilung und das Abschwellen des Vorfußes. Es ist unbedingt ratsam, eine Thromboseprophylaxe durchzuführen. Um die Sehnen und Muskeln des operierten Fußes optimal wieder aufbauen zu können, sollte der andere Fuß gesund sein. Daher sollte bei einer beidseitigen Fehlstellung bis zur zweiten Operation in der Regel mindestens drei Monate gewartet werden.

Sie brauchen keine Hallux valgus OP, wenn:

  • keine ständigen Schmerzen vorliegen
  • Sie in Hallux valgus Schuhen den Alltag gut meistern
  • Wenn Hilfsmittel wie Einlagen, Bandagen oder Schienen die Schmerzen reduzieren
  • keine Bewegungseinschränkungen vorliegen

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Herbst – Leidenszeit für alle, die einen Ballenzeh haben

Während der warmen Sommermonate hatten es unsere Füße gut. Sie durften durch den warmen Sand und durch weiches Gras laufen und hatten viel frische Luft. Nun, wo es dem Herbst entgegen geht und die Temperaturen sinken, werden sie wieder in festes und enges Schuhwerk gezwängt. Bei vielen Menschen mit Hallux valgus scheuert das Großzehengelenk nun wieder bei jedem Schritt am Schuh, die Haut rötet und entzündet sich. Kein Wunder also, dass vor allem im Spätsommer und Herbst viele Patienten mit Hallux valgus ärztlichen Rat suchen. Nun ist es besonders wichtig, flache, flexible und weiche Schuhe zu tragen, die für eine ausreichende Luftzirkulation sorgen.

Der Vorfuß braucht Platz

Bei Frauen lässt es sich – insbesondere im Job – mitunter nicht vermeiden, auf einer Party oder einem Empfang doch mal hochhackige Schuhe zu tragen. Dann ist es aber wichtig, die Füße anschließend zum Ausgleich zu bewegen und zu dehnen. Vielleicht müssen es nicht gleich High Heels mit Stilettoabsätzen sein. Denn bei ihnen liegt die Belastung beim Gehen auf einem sehr kleinen Bereich im Vorfuß. Gleichzeitig rutschen die Zehen in die Schuhspitze. In diesem Dreieck werden diese extrem zusammengequetscht. Auf lange Sicht fördert beziehungsweise verschlimmert das Zehenfehlstellungen. Wenn es denn sein muss, wählen Sie am besten einen Schuh, mit einem etwas breiteren Absatz, der im Vorfußbereich den Zehen noch genügend Raum lässt.

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Therapie des Hallux valgus – nicht operative Maßnahmen

Ein Ballenzeh sieht so typisch aus, dass der Arzt die Diagnose im Normalfall schon stellen kann, indem er den Fuß inspiziert und abtastet. Dennoch schließt sich in der Regel eine Röntgenuntersuchung an, die Aufschluss darüber gibt, wie weit die Fehlstellung vorangeschritten ist und ob das Großzehengrundgelenk sich bereits verändert hat. Denn langfristig führt ein Hallux valgus oft zu einer Arthrose.

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die durch die Zehenfehlstellung bedingten Beschwerden zu lindern. Den Hallux valgus rückgängig machen können diese allerdings nicht.

Schaumstoffkeile:
Diese bringen Sie zwischen der großen und der zweiten Zehe an. Sie sollen die Schmerzen verringern und den Bereich entlasten. Allerdings kann das dazu führen, dass statt der großen Zehe die mittleren Zehen schmerzen.

Nachtlagerungsschienen und Bandagen:
Sie sollen nicht nur die Schmerzen nehmen, sondern den Zeh auch wieder in seine natürliche Position zwingen. Allerdings darf man auch hier nicht erwarten, dass sie den Hallux valgus rückgängig machen. Nach einer Operation können die Schienen allerdings für einige Monate sinnvoll sein, um die Heilung zu unterstützen.

Orthopädische Einlagen:
Sie werden speziell angefertigt, entlasten den Vorfuß und nehmen den Druck. Sogenannte sensomotorische Einlagen können die geschwächte Fußmuskulatur anregen und dadurch die Zehenfehlstellung eventuell positiv beeinflussen.

Physiotherapie:
Fuß- und Zehengymnastik stärkt die Fußmuskeln, strafft das Bindegewebe und wirkt Fehlstellungen entgegen. Auch Barfußlaufen hilft.

Traktion gegen den Schmerz
Dabei zieht der Physiotherapeut vorsichtig an jedem einzelnen Zehengelenk, entfernt so die Gelenkflächen voneinander und lindert den Schmerz.

Wie entsteht ein Hallux valgus?

Ein Hallux valgus entsteht nicht von heute auf morgen. Er entwickelt sich über einen langen Zeitraum. Meist kommen dabei mehrere Auslöser zusammen. Häufig besteht bei den Betroffenen eine vererbte Bindegewebsschwäche. So haben bis zu 60 Prozent von ihnen  Familienangehörige mit einem Ballenzeh. Aber auch alle Faktoren, die das Bindegewebe schwächen wie zum Beispiel eine Schwangerschaft,  Übergewicht, bestimmte Medikamente oder Krankheiten können die Entwicklung eines Hallux valgus fördern. Die gilt auch für sportliche Überlastung, etwa bei Laufsportarten.

Zu enge, zu spitze und zu hohe Schuhe

Einen wesentlichen Risikofaktor stellt auch die weibliche Vorliebe für zu enges, zu spitzes und zu hohes Schuhwerk dar. So pressen Frauen ihre Füße nicht selten über Jahre in eine unnatürliche Position  – hauptsache, es sieht gut aus. Die Füße mögen das allerdings gar nicht. Denn solche Schuhe engen die Zehen ein, während sie gleichzeitig die zehnahen Fußknochen auseinanderdrücken. Durch den Absatz verlagert sich das Körpergewicht auf den Vorfuß, so dass die normale Fußquerwölbung im Vorfußbereich einbricht und ein Spreizfuß entsteht. Ein solcher Spreizfuß geht dem Hallux valgus fast immer voraus. Erkennen lässt er sich daran, dass der vordere Teil des Fußes verbreitert ist. In Ländern, in denen Frauen barfuß laufen oder fußgerechte Sandalen tragen, kommt der Hallux valgus hingegen so gut wie gar nicht vor.

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Barfuß durch den Sommer – doch nicht zu forsch

Jetzt wo die warme Jahreszeit beginnt, heißt es wieder Socken aus und rein ins kühle Meer, in den Badesee, die feuchte Wiese oder den feinen Sand am Strand – auch mit Hallux valgus. Und das ist grundsätzlich auch gesund. Wer seinen Füßen etwas Gutes tun möchte, der läuft ab und zu barfuß. Doch übertreiben Sie es nicht gleich, damit ihre Füße sich nach einem langen Winter in Schuhe sich erst einmal daran gewöhnen können. Nehmen Sie sich also nicht gleich am ersten Urlaubstag einen 10 Kilomenter-Lauf am Strand entlang vor.

Denn das die meiste Zeit des Jahres stecken unsere Füße in Schuhen, welche sie bei jedem Schritt unterstützen.  Die Folge: In vielen  Bereichen verkümmert die Muskulatur. Auch Bänder und Sehnen verkürzen sich. Beim Barfußlaufen werden dann plötzlich wieder Muskeln beansprucht, die wir im Alltag nicht nutzen. Zusätzlich dehnen sich Bänder und Gelenkkapseln. Das tut dem Fuß zwar grundsätzlich gut. Das gilt aber nur, wenn wir unsere Füße erst einmal auf kurzen Strecken an die neue Belastung gewöhnen. Lassen Sie es deshalb im Garten, am Baggersee oder am Strand langsam angehen und überfordern sie Ihre Füße nicht.

Denn ein zehn Kilometerlauf den Strand entlang, gleich am ersten Urlaubstag. kann im schlimmsten Fall zu einem Ermüdungsbruch im Fuß führen. Gerade ältere Frauen müssen hier aufpassen, da ihre Knochendichte jenseits der Menopause abnimmt.

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